Ortler-Umrundung, Tag 10

Heute ist der letzte Tag und Wanderung rund um den Ortler. Bereits früh morgens bei Sonnenaufgang sind wir wach, es bietet sich uns ein spektakulärer Blick über den Vinschgau. Das Tal unten ist im Nebel, er reicht auf ungefähr 1.900 m hoch, darüber ein wolkenlosen Himmel, ein wunderschöne Ausblick.

Staunend sitzen beim Frühstück und genießen in aller Ruhe den tollen Anblick der Natur. Langsam zieht der Nebel höher und erreicht nahezu unser Camp, als wir zusammen packen. Wir machen uns auf dem Weg und steigen in Richtung Taschner Alm ab. Wir wandern auf der ehemaligen Schipiste, bald schon tauchen wir in den Nebel ein. Hin und wieder leuchten die Sonnenstrahlen duschen den Nebel, eine wunderbar, mystische Stimmung entsteht. Als Rob und George später die Fotos von dieser morgendlichen Stimmung sehen stellen sie sofort eine Verbindung zum Land der langen weißen Wolke, Aotearoa her. Auch wir fühlten uns zurück versetzt nach Neuseeland, tolle Erinnerungen an unser wunderbares gemeinsames Abenteuer kamen wieder hoch.

Auf der Tarscher Alm nehmen wir den Weg Nr. 9 zu Latschen Alm welche wir nach etwa einer halbe Stunde erreichen. Dort genehmigen wir uns einen wohlverdienten Apfelstrudel. Gegen Mittag brechen wir dann auf um die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Zunächst der Forststraße entlang und dann den Weg Nr 4 hinunter ins Tal. Der Weg Nr 4 führt extrem steil nach unten in das Verglairtal, jedoch ist dies der schnellste Weg um Latsch zu erreichen, aber sehr anstrengend für die Jay’s Knie.

Bereits 1,5 Stunden später haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht. Allesamt sind glücklich, die Wanderung war herausfordernd aber auch eine tolle Erfahrung.

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Ortler-Umrundung Tag 9

Die Wettervorhersage für für ist nicht ideal

Heute werden wieder in den Vinschgau zurück kehren. Sehr früh machen wir uns wieder auf dem Weg. Die hintere Flatschberg Alm, die Alm die dem Deutschen Orden gehört liegt auf unserem Weg. Dort hätten wir auch übernachten können, 10 € für Übernachtung im Lager.


Für heute Nachmittag ist schlechtes Wetter vorhergesagt, aber die Wolken ziehen vom Vinschgau her in Richtung Ulten. Bei uns gibt es einen Wetterspruch: Ziehen die Wolken nach Ulten tut das Wetter gedulden. Also anders gesagt ich glaube kaum, dass es schlechtes Wetter geben wird, denn die Wolken werden vom Wind in Richtung Ulten geschoben.

Es ist eine mystische Stimmung, die Sonne scheint durch den Nebel, während wir auf dem Weg 148 im Flatschbergtal langsam in Richtung Hasenöhrl nach oben steigen. Kurz vor dem Talende, rechts über uns beeindruckend steil hoch über uns der Gipfel des Hasenöhrl. Es scheint so als ob es noch eine Ewigkeit dauern würde. Der Aufstieg ist mittlerweile wieder einmal extrem steil. Langsam aber stetig wandern wir nunüber Blockstein weiter nach oben. Das Joch ist endlich erreicht und es eröffnet sich ein überwältigender Blick in den Vinschgau und das Martelltal, der Gipfel des Hasenöhrl nun fast schon in greifbarer Nähe. Nur noch kurz und wir sich am Gipfel, atemberaubend, endlich können wir wieder den Ortler, die Königspitze und die weiteren majestätischen Gipfel der Ortlergruppe sehen.

Angekommen am höchsten Punkt, dem Hasenöhrl, im Hintergrund die Ortlergruppe


Der höchste Punkt auf unserer Wanderung rund um den Ortler ist erreicht. Das Hasenöhrl, einer der schönsten Aussichtsberge im Vinschgau zeigt sich von seiner Besten Seite. Bei diesem wolkenlosen Himmel schein die Weitsicht fast unendlich zu sein. .Wir können sogar die Hausberge von Hildes Heimattal sehen. Von den Schweitzer Bergen, über die Brenta Dolomiten, Dolomiten und Berge in Österreich sind zu sehen. Einfach phänomenal und eine schöne Belohnung für de vergangenen anstrengenden Tage.

Nachdem wohlverdienten Pause am Gipfel steigen wir in Richtung Vinschgau ab. Der Abstieg ist für ungeübte etwas beschwerlich und so brauchen wir relativ Algen bis wir endlich das Latschet Joch mit den Pfeilern für den Jochwaal erreichen. Etwa eine Stunde später haben wir unser letztes Zeltlager auf unserem Weg rund um den Ortler erreicht.

In der Nähe des Jochpfarrers haben wir unser Zeltlager aufgestellt
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Ortler-Umrundung, Tag 8

Das Übernachten in der Hütte ließ Te Araroa feeling aufkommen, 6 Leute in dieser kleinen Hütte, deutlich überbelegt, wie so oft auf dem Trail in Neuseeland. In der Nacht zog ein Gewitter über uns hinweg, wir genossen es in der Hütte schlafen.

Baito Mandria di Buse

Wiederum Warenwirtschaft bereits sehr früh morgens startbereit und brachen auf in Richtung Rabbi Joch. Zunächst jedoch wanderten wir auf dem Almenweg zur Malga Terzolasa, dann weiter zur Malga Cespedè, wo wir uns nochmals mit Käse und Speck versorgten.


Kurz nachher der Alm beginnt der extrem steile Anstieg zur Haselgruber Hütte kurz unterhalb des Rabbi Joches – wir hätten auch den längeren und etwas flacheren Weg nehmen können, aber auf dem Te Araroa ist man es gewohnt, dass die Wege, bzw. die Trails steil und direkt dem Berg hoch führen. Nach etwa einer Stunde des Aufstieges erreichen wir die Haselgruber Hütte, welche die Grenze zum deutschsprachigen Südtirol darstellt.

Auf dem Weg Nr. 12 wanderten wir dann weiter in Richtung Kirchberg Joch auf 2789 m. Am Ende weitet sich das Kirchberg Tal, es liegt eine wunderschöne Hochebene vor uns. Angenehm und leicht ansteigend geht es nun weiter, kurz vor dem Kirchbergjoch wird es wieder steil. Oben angekommen genießen wir die Aussicht und unser wohlverdientes Mittagessen.

Am Kirchberg Joch


Es ist ein Atemberaubendes Panorama mit Hintere Eggenspitze, Weissbrunnspitze, Zufrittspitze und in weiterer Entfernung können wir sogar das Hasenörl erkennen, mit 3259 der höchste Punkt auf unserer Wanderung rund um den Ortler. Vor uns liegt der Grünsee. Wir freuen uns schon auf den Apfelstrudel, den wir auf der Höchster Hütte genießen werden. Danach geht es auf dem Weg Nr. 12 weiter , zunächst vorbei an den Ruinen der inneren Pilsbergalm. Auf der äußeren Pilsbergalm wollten wir unsere Zelte aufschlagen, der Pächter schenkte uns jedoch keine Beachtung und auf klare Fragen gab er keine Antworten.

Also beschlossen wir in Richtung Tuferalm weiter zu wandern. Es war ein idealer Platz um unser Camp aufzuschlagen. Es gab Wasser zum Waschen und kochen. Langsam sank die Abendsonne hinter die Berge, die Stimmung war grandios. Plötzlich tauchte ein älteren Mann, der Pächter der Tuferalm auf und wollte uns zum Gehen auffordern. Hilde gelang es durch geschicktes verhandeln den Mann umzustimmen und so konnten wir bleiben und die wohlverdiente Rast genießen.

Camp in der Nähe der Tuferalm im hinteren Ulten Tal
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Ortler-Umrundung, Tag 7

Wieder sind wir sehr früh wach, wir wollen den Camp-spot ja schon verlassen haben bevor die ersten Wanderer kommen.

Bereits am frühen Morgen unterwegs zur Malga Pontevechio

Zunächst wandern wir weiter bis zum Talende wo wir über eine Brücke über den Noce Bianco zur Malga Pontevecchio gelangen. Der Weg 140 B zieht durch den Wald hinauf auf über 2.000 m in Richtung Malga Levi. Etwa eine halbe Stunde vorher erreichen wir die Baumgrenze und haben so einen wunderbaren Blick zurück in Richtung Lago Pian Palü.
Von der Malga Levi steigen wir nun ca. 600 Höhenmeter auf zum Passo Cercen, den wir dann nach weiteren 1,5 Stunden erreichen.

Passo Cercen

Dort oben angekommen genießen wir zunächst die mystische Stimmung bevor wir in die Val Cercen absteigen. In der Nähe der Malga Villar Alta fanden wir eine große Menge von Heidelbeersträuchern voller köstlicher vollreifer Beeren. Über einen Almenweg wandern wir weiter in Richtung Talende. Malga Fassa und Malga Monte Sole sind keine Almen im eigentlichen Sinne, voller Touristen, eher einem Hotel ähnlich.


Da die Zeit mittlerweile schon fortgeschritten ist halten wir langsam Ausschau nach einem möglichen Campspot. Kurz vor der Malga Stablasolo hatten wir ein weiteres Te Araroa highlight, wir überquertern den Torrente Rabbies im TA-style d.h. Flussüberquerung ohne Brücke, einfach zu Fuss durch die reisende Strömung.


Das Tal ist eng und voller Touristen und touristischer Einrichtungen, ein zelten in dieser Umgebung scheint uns unangebracht. So wandern wir weiter, vorbei an den schönen Cascade di Saent. Gisela führt die Gruppe zügig den steilen Steig hinauf zum Baito Mandrio Buse.

Cascate di Saent, unten Boot Mandrill di Buse
Jay genießt die Abendsonne auf der Hütte Baito Mandrio Buse

Oben angekommen müssen wir erkennen, dass kein Wasser vorhanden ist. Da es aber schon spät am Nachmittag ist und die Hütte offen und frei, also ideal für eine Übernachtung ist, beschließen wir in der Hütte Mandrio di Buse zu übernachten. Ruslan nimmt alle lehren Wasserbeutel und geht zurück zum Fluss um Wasser für alle zu hohlen. Nachdem wir die Hütte etwas umgeräumt haben können wir alle in der Hütte übernachten und beruhigt das nächtliche Gewitter an uns vorüber ziehen lassen. Der Baito Mandrill di Buse war für uns eine schönen Erinnerung an die vielen Hütten entlang des Te Araroa vor allem auf der Südinsel.

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Ortler Umrundung, Tag 6


Morgenstimmung beim Aufbruch am Rifugio A. Botti al Montozzo

Um 7:30 Uhr wurden die Türen der Schutzhütte aufgesperrt und wir konnten die Schutzhütte endlich verlassen und zur Forcellina di Montozzo aufsteigen, die wir nach etwa einer halben Stunde erreichten.

Dort angekommen genossen wir bei wunderbaren Ausblick und herrlichem Wetter unser Frühstück und bereiteten uns auf den langen Abstieg vor. Der Trail führt durch ein weites Hochtal, dem oberen Val Montozzo. Der Abstieg ist zunächst angenehm, führt durch Almwiesen vorbei an weidenden Kühen. Nach etwa einer Stunde wird dann der Steig extrem steil und führt zum Stausee Lago di Pian Palü hinunter, wo einige von uns ein erfrischendes Bad nehmen.

Von hier wandern wir auf den Almemweg vorbei an der Malga plan Palü und steigen dann zur Malga Paludei auf und gelangen dann wieder auf einer Torstraße zur Malga Giumella wo wir schließlich rast machen und zu Mittag essen. Der Senn bietet uns Kaffe und Bier an. Wir lernen dass die Kühe her im Schnitt 15 l Milch am Tag geben und dass die gesamte Milch ins Tal gebracht und zu Käse verarbeitet wird. Die Bauern erhalten dafür 76 Cent pro Liter Milch. Gestärkt und angereichert mit wissenswertem aus dieser Gegend führt unser Weg weiter nach Pejo wo wir Verpflegung für den Rest der Wanderung einkaufen

Je näher wir dem Ort kommen, desto mehr erkennen wir, dass Pejo eine beliebte Gegend bei Touristen ist. In einem kleinen Dorfladen können wir uns mit dem Nötigsten versorgen, kaufen uns auch noch etwas frisches Obst und machen uns dann auf den Weg einen Möglichkeit zum Zelten zu suchen. Am Dorfende biegen wir dann auf die Forststraße, immer noch auf dem Sentiero Italia in das Val de la Mare ein. In der Nähe der Masi Torbi finden wir einen idealen Platz für die Nacht, eine Picnic Area in der Nähe der Straße, genügend flache Stellen für alle Zelten und das Wichtigste, Wasser.

Nach einer kurzen Rast sind die Zelte sind rasch aufgestellt und alle sind bereit die leuchtenden Sterne am wundervollen Abendhimmel und die Ruhe zu genießen.

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Ortler-Umrundung, Tag 5

Die Gewitter in der Nacht haben wir im Speisesaal des Agriturismo Ables gut überstanden. Unsere Gedanken waren aber bei Sandro, der auf der gegenüberliegenden Talseite das heftige Gewitter hoffentlich gut überstanden hat.

Agriturismo Ables, um 7:00 morgens startbereit

Bereits um 6:00 Uhr waren wir wach, bereiteten das Frühstück, packten unsere Rucksäcke und waren um 7:00 Uhr startbereit. Wir nahmen Abschied von der Hüttenwirtin und deren Sohn, dann folgte der Abstieg nach Santa Catarina Valfurva. Durch den Wald und vorbei an verstreuten, oft in Ferienwohnungen umgebaute alte Bergbauernhöfe, näherten wir uns den Talboden. Im kleinen Skirort Santa Catarina Valfurva versorgten wir uns in einem Art Tante Emma Laden, der voller Spezialitäten aus der Umgebung war, mit der Verpflegung für die nächsten 3 Tage.

Einkaufen in Santa Catarina Valfurva

Dann nach einem kleinen zweiten Frühstück ging es in Richtung Gavia Pass. Am Dorfende gingen wir über den Gavia Bach und zunächst 600 Höhenmeter über steile Serpentinen bis zum Dosso di Tresero auf 2.354 m, dann weiter über den Pian delle Marmotte im leicht ansteigendem Gelände vorbei an Bächen und Wasserfällen zur Baita del Pastore. Ab hier wird das Gelände immer felsiger und das Tal enger.


Kurz vor dem Rifugio Berni führte der Weg in eine Schlucht über eine Steinbrücke. Tief unter uns rauschte wild der Bach. Nach etwa weiteren 20 Minuten wandern öffnete sich das Tal wieder und bald erreichten wir die Passstrasse auf der wir noch etwa ein halbe Stunde bis zum Gavia Pass (2621m ) gehen mussten. Ab hier beginnt nun meine linke Ferse zu schmerzen, die neuen Trailrunner drücken auf das Fersenbein beziehungsweise auf die Achillessehne. Am Pass angekommen legten wir eine Rast ein und aßen zu Mittag, Hilde und Jay genossen Kaffee und Apfelstrudel.
Mittlerweile wurden die Schmerzen so intensiv, dass ich daran dachte die Wanderung abzubrechen. Zum Glück ist Hilde, eine Krankenschwester, dabei. Dank eines Schmerzmittels kann ich die Wanderung fortsetzen.

Weiter ging es entlang des Ufers des Lago Bianco auf der Alta Via Camuna, welche Teil des Sentiero Italia ist, in Richtung Bochetta Corno dei Tre Signori, einem 3.098 m hohen Pass. Zunächst wandern wir auf eine gut angelegten Steig, der allmählich immer steiler wird, dann führt der Trail über blockiges Gelände stetig nach oben bis unter eine extrem steil abfallende Bergflanke. Der Weg ist mittlerweile nicht mehr sichtbar, nur markierte Felsblöcke zeigen den Wegverlauf. Ganz erstaunt, beinahe entsetzt müssen wir erkennen, dass der Weg gerade hinauf führt. Hilde, die Erfahrene Bergsteigerin unter uns, führt die Gruppe auf dem mit Ketten gesicherten Weg hinauf zur Scharte. Für die beiden Flachländer in der Gruppe, Sarah und Jay, ist es das erste Mal, dass sie in solch extremen Gelände und auf über 3.000 m hoch bewegen.


Von der Bochetta sollten wir einen tollen Ausblick über die Piani di Ercavallo haben, doch leider braut sich ein Gewitter zusammen. Wir versuchen so rasch wie möglich über Blocksteinfelsen zu den Laghetti di Ercavallo abzusteigen. Eine sehr mystische Stimmung. Zu unserem Glück bewegte sich das Gewitter von uns weg. In der Nähe der der Seen gab es ideale Camping-Spots, doch Hilde und Gisela wollen weiter, weiter bis zum Rifugio Bozzi.

Die Hüttenwirtin fuhr uns unfreundlich an, da wir zu Ferragosto nicht reserviert hatten und zu dieser Tageszeit, nach 19:00 Uhr, sei die Küche auch schon geschlossen. Essen benötigen wir eigentlich nicht wir haben ja unser eigenes Essen dabei, also weder Abendessen noch Frühstück. Die Wirtin wies uns noch darauf hin, dass im Nationalpark kein Feuer gemacht werden dürfe, also nicht kochen. Mit weiteren 4 Wanderen verbrachten wir die Nacht wir in schmuddeligen Betten, die zudem noch überteuert waren.

Eindrücke von den Piani di Ercavallo in mystischer Stimmung
Rifugio A. Botti al Montozzo


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Ortler-Umrundung, Tag 4

Blick von Grasso die Solena in Richtung Bormio

Wiederum bereits um 07:00 Uhr startbereit. Zunächst wandern wir auf der Schotterstraße talaufwärts in Richtung Lago di Cancano. Nach etwa einer Stunde erreichen Grasso Solena, einer Piknik Area in der Nähe des Cancano Sees, die auch als Campspot geeignet wäre. Nun haben wir erstmals den Blick frei in Richtung Bormio. Auf einer Schotterstraße geht es nun weiter in Richtung Stilfser Joch Passstraße auf der wir einen kurzen Abschnitt gehen müssen.


Da alle genügend Nahrungsmittel im Rucksack haben müssen wir nicht unbedingt hinunter in die Stadt Bormio und so entscheiden wir uns die Stadt auf verschiedenen Trails und Forststrassen Wanderwegen in Richtung Valfurva zu umgehen. Wir ziehen vorbei an Höfen und kleinen Weilern bis ich Baita Presure.

Auf der Stilfser Joch Passstraße kurz vor Bormio
Valfurva über S. Antonio

Inzwischen ist es bereits 13:00 Uhr. Für Sandro ist nun mittlerweile die Zeit des Abschiedes gekommen. Unsere Wege trennen sich hier seine Wanderung führt ihn nun weiter in Richtung St. Moritz und da er heute noch eine weite Strecke vor sich entscheidet er sich in seinen weit sportlicheren Rhythmus den Weg weiter zugehen. Wir konnten ein schönes Stück wandern und konnten tolle Eindrücke gemeinsam erleben. Sandro wir wünschen Dir alles Beste und eine sichere und erlebnisreiche Wanderung nach St. Moritz.

Baita Presure

Während wir ein wohlverdientes Bier genießen braut sich uns gegenüber in der Valle di Rezzalo und am Gavia Pass ein schlimmes Gewitter zusammen. Es dauert nicht lange dann blitzt und donnert extrem und es regnet es in Strömen. Unter diesen Voraussetzungen will keiner mehr das Zelt aufschlagen. Angesichts dieses schlimmen Gewitters erlaubt uns die Hausherrin der Basta Ables im Speisesaal zu übernachten. Unsere Gedanken sind bei Sandro, der sich wohl mitten im Gewitter befindet und Schutz suchen muss.

Confinale di Sopra
Landschaft mit drohenden Gewitterwolken kurz von den Baite dell’Ables, Blick zurück Richtung Taleingang Valfurva
Baite dell’Ables
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Ortler Umrundung, Tag 3

Montag, 11. August 2019. Die Nacht war kühl, bereits bei Sonnenaufgang sind wir wach und bereiten das Frühstück, packen das Zelt zusammen und sind bereits um 07:00 startbereit. Alle Arbeitsgänge werden im gewohnten Arbeitsablauf und in aller Ruhe ausgeführt, während wir in atemberaubender Umgebung den werdenden Tag bewundern können.

Zusammenpacken in aller Ruhe nach einem schmackhaften Frühstück

Weiter geht es nun ausgeruht und voller Tatendrang auf dem Goldsee Trail in Richtung Stilfser Joch. Das Gelände bleibt abschüssig, der Steig führt steil nach oben. Nach etwa einer Stund Aufstieg erreichen wir die Abzweigung zu Tartscher Alm, über Geröll Halden und Blocksteinfeldern gewinnen wir an Höhe. Als wir den Goldsee erreichen sind wir bereits fast eineinhalb Stunden unterwegs, die ersten Mountainbiker kommen uns in diesem sehr unwegsamen Gelände entgegen. Nun führt der Trail vorbei an den Verteidigungsstellungen österreichisch-ungarischen Monarchie, der Ortlerfront, ein Überbleibsel aus der Zeit des ersten Weltkrieges.

Rifuggio Garibaldi am Stilfser Joch

Als wir gegen 11:00 Uhr das Schutzhaus Garibaldi am Stilfser Joch erreichten, wurden wir von unzähligen Touristen nahezu überrannt, Mengen von e-Biker radeln lässig, locker und wild schnaubend mit hochroten Köpfen an uns vorbei. Nach kurzer Pause stiegen wir dann zum Umbrail Pass ab wo Christian auf uns warten wollte. Dort angekommen mussten wir erkennen, dass Christian wohl nicht mit uns weiter wandern wird. Wie sich dann aber später heraus stellte ist er erst viel später auf dem Umbrail Pass angekommen, wir haben uns schlicht verpasst.

Abstieg zum Umbrail Pass, die Grenze zwischen Schweiz und Italien.

Unter dem Piz Umbrail und der Punta di Rims steigen wir zur Bochetta di Forcola auf, wo wir auf Stellunge der italienischen Alpini aus der Zeit des ersten Weltkrieges treffen. Die Landschaft ist auf dieser Höhe, durchwegs über 2.500 m Meereshöhe karg aber eindrucksvoll und schön. Über uns zieht ein Steinadler seine Kreise, auf den kargen Hängen weiden Kälber. Nach etwa 1,5 Stunden Aufstieg erreichen wir dann die Bochetta di Forcola. Dort machen wir Pause, essen zu Mittag und genießen die Landschaft.

Aufstieg zur Bochetta di Forcola vom Umbrail Pass
Rundblick: Bochetta di Forcola mit Blick in die Valle Forcola

Der Weg 146 führt über die Bochetta di Penedolo zur Malga Penedolo. Der starke Wind macht die Wanderung in dieser Höhe unangenehm kühl. Die Landschaft erinnert leicht an so manche Gegend auf der Neuseeländischen Südinsel, viele schöne Erlebnisse und tolle Eindrücke werden wachgerufen.

Abstieg zur Malta Penedola: v. r. Hilde, Sandro, Sarah und Ruslan
Rast bei der Malga Pendolo

Bei Le Fornelle im Valle Forcola finden wir einen idealen Platz um alle Zelte an einem Ort aufzustellen. Es ist noch recht früh am Abend und wir genießen die Sonne, nehmen ein Bad im nahegelegen Bach und ruhen uns aus, denn morgen wollen wir sehr früh starten. Das Ziel ist mindesten Santa Catarina Valfurva, eine Strecke von ungefähr 30 km wird zu wandern sein.
Seit dem Stilfser Joch wandern wir nun auf dem Sentiero Italia, einem rund 6.800 km langen Wanderweg, der von Triest über die Alpen, den Apennin hinunter, quer durch Sizilien und Sadinien führt.

Campspot in der Valle Focola, Platz für alle 6 Zelte gefunden
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Ortler Umrundung, Tag 2

Keine Schlossgeister. Die Nacht in der Tschengls Burg war angenehm und entspannend. Gut erholt waren wir bereits früh morgens startbereit, die Zimmer wieder aufgeräumt und nach dem Frühstück bereits kurz nach sieben Uhr startbereit.
Leider verschlimmerten sich die Schmerzen in Christians Fußgelenk, sodass er beschloss die Wanderung zu unterbrechen. Nach einem Tag Pause möchte er uns am Umbrail Pass wieder treffen und für eine kürzere Strecke wieder mit uns weiter wandern. Nach dem Abschied wandern wir in Richtung Prad vorbei an dem schön gelegenen Ottilia Kirchen und an den Kornäckern von Karl Perfler, dort wo der „Weltenkornkreis“ steht, ein Kraftort wo die Nationen gezwungen sind miteinander zu kommunizieren, ein Ort wo Lösungen für die Zukunftsprobleme ausgearbeitet werden, so der philosophische Schlossherr Karl Perfler.

Vor der Tschengls Burg, Christian nimmt Abschied, vielleicht begleitet er uns ab dem Umbrail Pass wieder

Die Pferdebremsen sind im einfachen leicht abschüssigen Gelände sehr lästig, wohl ein Zeichen dafür, dass wir mit einer Wetterumstellung zu rechnen haben. Nach dem Dorf beginnt nun der lange, teilweise steile Anstieg in Richtung Stilfs, vorbei am Mitterhof, dem Archaik Weg entlang. Bereits vor Stilfs wandern wir auf dem Weg Nr. in Richtung Schartalm weiter. Ein steiler Anstieg, der mit den schweren Rucksäcken einiges an Mühe abverlangt. Dann wandern wie weiter auf dem Almweg in Richtung Stilfser Alm, wo wir aus dem Rucksack zu Mittag essen und anschließend einen wohlverdienten und sehr schmackhaften Apfelstrudel essen.

Der steile Anstieg zur Schartalm
Kurze Pause auf der oberen Stilfser Alm, Mittagessen und Dann folgt das wohlverdiente Dessert bevor es dann weiter geht in Richtung Stilfser Joch
Jay, Hilde und Ruslan auf dem Weg zum Goldsee Trail

Nach der Stärkung wandern wir dann schließlich auf dem Goldseeweg in Richtung Stilfserjoch. Der Ortler auf der gegenüberliegenden Seite zeigt sich nur zaghaft; selten und dann nur für kurze Zeit schaut er ganz scheu aus den Wolken. Wanderer sind außer uns keine zu sehen, dafür aber immer wieder Mountainbikern, die wohl über dem Goldseeweg vom Stilfser Joch kommen. Die Zeit ist schon recht vorgeschritten, der steile Anstieg hat unser Tempo stark verlangsamt, sodass wir bereits vor der Furkel Hütte uns nach geeigneten Campspots umschauen. Voraussetzung sind fließendes Wasser und genügend flache stellen für sechs Zelte.

Einmal vorbei an der Furkel Hütte wird der Steig wieder ziemlich steil und das Gelände sehr abschüssig, keine guten Aussichten einen passenden Campspot zu finden. Angesichts dieser Voraussetzungen beschließen wir in Richtung Tartscher Alm weiter zu wander. Doch vor uns liegen nun einige Geländestufen, vielleicht ein gutes Zeichen, wenn auch noch Wasser vorhanden ist. Eine dieser Geländestufen scheint fast ideal zu sein, Wasser ist vorhanden und mit etwas mühe lassen sich auch sechs einigermaßen flache Plätze für die Zelte finden.

Stimmungsvoller Ort für ein Nachtessen, nur für kurze Zeit war der Gipfel des Ortler zu sehen

Der Aufbau der Zelte ist rasch, wir sind ja alle geübt darin, nur Hilde braucht Unterstützung, da sie zum ersten Mal ihr Einmann Zelt im Einsatz hat. Nach dem wohlverdienten Abendessen genießen wir noch den Sonnenuntergang am Ortler. Die Temperaturen fallen auf einer Höhe von 2.500 m rasch und so verkriechen wir uns in unseren Zelten. Nur Sandro bleibt länger draußen, er will noch die Abendstimmung fotografisch festhalten.

Abendstimmung mit König Ortler im Hintergrund
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Ortler Umrundung, Tag 1

Nachdem wir gestern spät zu Bett gegangen sind, beschlossen etwas später zu starten. Gegen halb Zehn haben noch letzte Einkäufe getätigt und sind nun bereit für den Start zu unserer Rundwanderung um den Ortler. Die Luft ist schwül und heiß.
Nach der Verabschiedung durch meine Eltern geht es endlich los. Zunächst ist es einfaches Wanderung bis zum Latschender Waal, dann folgt die erste großer Herausforderung, der sehr steile Aufstieg zu den Annaberger Böden. Dort angekommen haben wir einen tollen Ausblick in Richtung unterer und oberer Vinschgau. Die Graslandschaft erinnert etwas an die Neuseeländische Südinsel, erstmals kommt richtiges Te Araroa feeling auf.

Nach ungefähr einer Stunde anstrengender Wanderung haben wir die Annaberger Böden erreicht;
ein herrlicher Ausblick
Über den Schweine Weg in Richtung Vinschgauer Oberland

In der heißen Mittagssonne wandern wir entlang des Vinschger Sonnenberges in Richtung Oberland. Über mehrere Höhenstufen hinauf zu den Laaser Leiten. Dann stiegen wir wieder hinab in das Tal um die Talseite zu wechseln. Nach etwas 7 Stunden Wanderung und ca. 29 km erreichen wir schließlich die Tschengls Burg. Dort stärken wir uns mit seinen leckeren Nudeln, Ravioli und Nocken und philosphieren mit dem Burgherren Karl Perfler über den „Welten Kornkreis“, ein Kornhöcker für jede Nation. Dort im Kornacker „stehen die Nationen nebeneinander und diskutieren miteinander um die Probleme der Zukunft zu lösen“.

Im 1.000 Jahre alten Turm, der Speisekammer der Tschengls Burg:
Viele Kohlenhydrate nach einer anstrengenden Wanderung am Vinschgauer Sonnenberg
Unten: die Köstlichkeiten, serviert vom Burgherren persönlich

Müde und erschöpft nach dem ersten Tag sind wir froh, dass und der Burgherr die Möglichkeit bieten in der Tschengls Burg zu übernachten .

Die Tschenglsburg wurde im ausgehenden 13. Jahrhundert erbaut. Dort wo die Tschenglsburg errichtet wurde, existierte bereits der um das Jahr 1000 errichtete Bergfried.

Mitte: Karl Perfler, der Philosoph
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