Die Zeit bis zum Start

Die Zeit verging im Sommer wie im Flug. Gisela hatte viele Kunden zu behandeln und auf den Feldern ging die Arbeit nicht aus. Die Vorbereitungen auf unsere Wanderung mussten auf das notwendigste reduziert werden.

Camp auf dem Vinschger Höhenweg in der Nähe von Matatsch

Die Wanderung auf dem Vinschger Höhenweg im Frühsommer war unsere einzige längere Wanderung bis zur Ortler Umrundung. Körperlich fühlten wir und stark und wir merkten bei dieser Wanderung, dass wir rasch wieder in Form kommen.
Ab Mitte Juli spielte im Vinschgau das Wetter etwas verrückt. Kaum ein Tag verging ohne, dass es ein Gewitter oder zumindest Regen gab. Spannend wurde es dann schließlich als es in Richtung 9. August ging. Laut Wettervorhersage sollte es die nächsten 10 Tage immer wieder regnen, alles andere als das in dieser Zeit übliche schöne Wetter.

Am 7. August kamen dann die ersten Freunde hier in Latsch an. Sarah kam mit dem Zug aus Venedig; sie fuhr mit dem Fahrrad von Freiburg nach Venedig. Ruslan, der von Moskau nach Bergamo flog, reiste mit dem Bus nach Meran von wo ich ihn abholte. Jay kämm am 8. August fuhr dem Zug von Bremen nach Bozen, wo wir ihn abholten. In der Zwischenzeit waren auch Sandro und Christian aus der Schweiz bei uns zu Hause angekommen. Auch Hilde reiste am späteren Nachmittag an.

Nach der freudigen Begrüßung und einem gemeinsamen Abendessen wurden die Erlebnisse in Neuseeland und die Erinnerungen an den Te Araroa ausgetauscht bevor es noch richtige Vinschger Marillen Knödel zum Dessert gab.

Von links nach rechts: Sarah, Ruslan, Jay, Klaus Hilde, Gisela, Sandro und Christian
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Ortler Umrundung (roundthemountain)

Am 29. Juli 2018 standen wir am Gipfel des höchsten Berges in Südtirol, dem Ortler. Bereits im 2017 fassten wir, Gisela und Klaus, den Entschluss rund um diesen schönen Berg und seine Nachbargipfel zu wandern.

Der Ortler, hinten rechtes und seine Nachbargipfel gesehen von der Hinteren Schöntauf Spitze

Zaghaft machten wir uns an die Planung.
Als im Jahr 2018 in Sulden der neue Ortler Höhenweg eröffnet wurde versuchten wir nun Nägel mit Köpfen zu machen. Eine Wanderung von Hütte zu Hütte entsprach ganz und gar nicht unseren Vorstellungen, den wenn Du einmal die Freiheit des Wandern auf dem Te Araroa kennen gelernt hast lässt Du dich kaum mehr einengen und an vorgegebene Etappenziele binden. Wandern solange es Dir gefällt ist die Devise. Hast Du einen idealen Campspot entdeckt kann der Wandertag auch schon mal früher zu Ende sein.

Und so legten wir unser zu Hause in Latsch als Start- und Zielort fest. Nach einigen weiteren Überlegungen stand dann die Route größtenteils fest, gewandert soll im Te Araroa Style werden. D.h. mit Zelt, Schlafsack, Essen im Rucksack, we sagt man so schön „self sufficient“. Über die Annaberger Böden, weiter entlang des Vinschger Sonnenberges. Bei Eyrs auf die andere Talseite wechseln und dann zur Stilfser Alm, über das Stilfser Joch nach Bormio. Von dort zum Gavia Pass, weiter nach Pejo dann in das Rabbi Tal und schließlich über das Ultental auf dem Hasenöhrl und dann zurück nach Latsch.

Danach ging es in die Detailplanung.
Mithilfe der App von Outdooractive konnte dann die detaillierte Planung erfolgen: 200 bis 220 km und 11.000 bis 14.000 Hm, je nach gewählter Route und Schwierigkeitsgrad.

Die geplante Route runde um das Ortler Massiv für durch die Regionen Lombardei und Trentino/Südtirol und entlang der Grenzen des Stilfser Joch Nationalparks

In der Folge haben wir dann unseren Freunden vom Te Araroa unser Vorhaben erzählt, die Begeisterung war durchwegs recht groß. Deshalb haben Gisela und Ich (Klaus) uns entschieden Freunde vom TA zu unserer Wanderung einzuladen. Sandro und Christian aus der Schweiz, Ruslan aus Moskau, er lebt schon seit Jahren in Neuseeland, Jörn und Sarah aus Deutschland. Die Mannschaft wurde noch durch Hilde, eine Bekannte von Gisela ergänzt. Es dauerte dann eine ganze Weile bis es uns gelang ein für alle passendes Datum zu finden. Schließlich passte der 9. August 2019 für alle, ein guter Zeitpunkt, denn normalerweise ist Anfangs bis Mitte August bei uns hier das Wetter ziemlich stabil. Mit dem näher rückenden Termin stieg in mir die Nervosität. Fragen wie, haben wir die richtige Route gewählt, werden wir immer einen passenden Campspot finden, bleiben wir ohne Verletzungen beschäftigte mich immer intensiver und bereitete mit so manche schlaflose Nacht.

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Unterwegs auf dem Vinschgauer Höhenweg

Der Vinschger Höhenweg ist eine beliebte Wanderroute und ein echtes Naturerlebnis. Er verläuft von der Etschquelle am Reschenpass im Dreiländereck bis nach Staben im unteren Vinschgau, inmitten der artenreichen Vegetation des Sonnenberges und mit einmaligem Panoramablick auf die Ortlergruppe.

Die 108 km führen auf der Sonnenseite des Tales entlang teils bestehender und teils neuer Fusswege, auf Waalwegen und auf uralten Verbindungswegen zwischen den traditionellen Bauernhöfen. Die einzelnen Etappen boten uns ganz spezielle landschaftliche und kulturelle Höhepunkte. Für die gesamte Strecke benötigten wir etwas mehr als 3 Tage.

Der Vinschger Höhenweg beginnt an der Etschquelle.

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Bluff

Bluff ist die südlichste Stadt auf der Südinsel, sie ist eine Hafenstadt und eine der ältesten europäischen Siedlungen in Neuseeland. Hier wächst eine der Delikatessen Neuseelands, die berühmten Bluff Austern. In Stirling Point, dem Startpunkt des State Highway Nr. 1 (SH 1) steht das bekannte Hinweisschild, das heute unser Ziel und zugleich der Endpunkt unserer Wanderung durch Neuseeland ist.

Auch am letzten Tag unserer Wanderung haben wir einen atemberaubenden Sonnenaufgang in Invercargill.

Bereits seit mehreren Tagen mache ich mir Gedanken, wie es wohl sein wird, wenn wir nach so langer Zeit unser Ziel erreichen werden. Doch ich weigere mich solchen Gedanken nachzuhängen und will es einfach auf mich zukommen lassen. Auch heute morgen erleben wir einen atemberaubenden Sonnenaufgang, so als ob der Himmel über Invercargill brennen würde. Gemeinsam mit Ruslan aus Moskau und Leah aus Florida nehmen wir die letzten 37 km unserer Wanderung in Angriff. Zunächst müssen wir zurück zum Trail, der dann für etwa 10 km einer Flussmündung folgt. Eine entspannende Wanderung durch das Feuchtgebiet, jeder von uns hängt seinen Gedanken nach, ich lasse  Erlebtes Revue passieren und erkläre Gisela was mich auf meinem langen Weg nach Riverton alles beschäftigt hat, versuche sie dan den wunderbaren Erlebnissen die ich hatte teilhaben zu lassen.

Von Invercargill nach Bluff, erster Abschnitt ist ein Estuary Walk.

Kurz vor Bluff

Auf dem weiteren Weg nach Bluff muss man sich dann wieder auf den Verkehr konzentrieren, denn die restlichen km müssen wir am Straßenrand des SH 1 wandern. An uns donnern unzählige LKWs vorbei und erstaunlicherweise auch enorm viele PKWs. Es sind wohl viele Touristen in Richtung Bluff in Richtung Sterling Point unterwegs sein. Da Bluff aber auch Ausgangspunkt für die Überfahrt nach Stuart Island ist werden wohl einige aus diesem Grund zum Hafen hin unterwegs sein.

Nach 4 Monaten und 13 Tagen sind wir in Bluff angekommen

Gegen 14:00 Uhr erreichen wir dann die Stadt Bluff, es herrscht eine seltsame Stimmung, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Langsam erreichen wir Sterling Point, vor uns steht das bekannte Schild. Es kommt Freude auf, endlich sind wir da. Ich berühre das Hinweisschild als Zeichen dass wir angekommen sind, dann setze ich mich hin und genieße einfach den Augenblick. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen, eigenartig. Für die vielen Touristen ist es wohl nur ein weiteres Fotomotiv auf ihrer Reise durch Neuseeland, für uns ist es zum Symbol, ein Schlussstrich, der Abschluss eines Projektes, das uns, Gisela und mich nun schon seit über vier Jahren begleitet und zusammen geschweißt hat. Es steigt ein Gefühl des inneren Friedens und der Ruhe in mir auf, ein Gefühl das ich für immer bewahren möchte. Lange sitzen wir alle da trinken gemeinsam Champagner und machen natürlich die obligatorischen Fotos.

Zum Schluss öffnen wir noch den Brief, den Gisela von unseren Freuden aus Whanganui für diesen speziellen Moment mit auf den Weg bekommen hat. Tief bewegt lese ich den Brief. Er enthält zwei Flusssteine (maori: pakore) aus dem oberen Whanganui River. Aus Tradition erhalten diese wunderbaren Schätze (maori: taonga) Namen. Meiner hat den Namen manawa nui, was soviel wie großes Herz bedeutet. Giselas taonga hat den Namen  wairua was soviel wie Geist, Seele bedeutet. 

Entspannt und zufrieden fahren wir dann mit dem Bus nach Invercargill zurück. Dort will Gisela zu einem Physiotherapeuten, dann werden wir in Ruhe unsere weitere Reise planen.

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Oreti Beach

Montag, der 19. März

Nach einem wohlverdienten Ruhetag in Riverton sind wir nun bereit für die letzten km bis nach Bluff. Bei einem spektakulärer Sonnenaufgang starten wir in Richtung Invercargill. 24 km Sandstrand, Oreti Beach. Erinnerungen an die Ninety Mile Beach werden wach, eine Zeit, in der wir noch keine Ahnung davon hatten was uns erwarten wird.  Der Rucksack ist mittlerweile leicht, wir haben nur die Ausrüstung und das Essen für den heutigen Tag dabei.

Sonnenaufgang in Riverton

Heute müssen wir über den letzten Fluss auf dem Trail. Nach etwa 3 Stunden sind wir dort. Wir sind gerade dabei unsere Schuhe für die Überquerung auszuziehen als ein Auto mit Anhänger uns entgegen kommt. Der Fahrer bietet uns die Fahrt über den relativ kleinen Fluss an. Wir springen auf den Anhänger und so kommen wir trockenen Fußes rüber. Ein wahrer Luxus, wenn wir daran denken wie oft wir schon morgens in die nassen Socken und Schuhe schlüpfen mussten, oder bereits nach 10 Minuten durch den ersten eiskalten Fluss wateten und an die gefühlten 9.999 Flussüberquerungen zurück erinneren bzw. an die vielen Tage denken an den wir in nassen Socken und Schuhen wanderten.

Oreti Beach. Einfach angenehm, wandern am Sandstrand

Der Strand ist voller roter Algen, es sieht manchmal so aus als ob man für uns einen roten Teppich für die letzten km ausgelegt hätte. Mit diesem leichten Gewicht können wir ohne größere Anstrengungen recht schnell wandern und so haben wir bereits gegen 13:00 Uhr den Strandabschnitt hinter uns gebracht.

Der rote Teppich ist wohl für uns ausgelegt worden.

Die restlichen 12 km bis zur Unterkunft müssen wir noch auf der Straße nach Invercargill zurück legen. Vorbei am Holiday Park, einen langen Weg in die Stadt, in der wir schließlich gegen vier Uhr am Nachmittag ankamen.

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Endlich wieder gemeinsam

Samstag, 17.  März

Heute, nach etwas mehr als einem Monat und 800 km alleine auf dem Trail werde ich heute Nachmittag am Oraka Beach endlich wieder Gisela treffen. Zunächst muss ich aber noch meine „Schlammschlacht“ auf dem Longwood Forest Track zu Ende kämpfen. Gegen acht Uhr morgens bin ich startbereit, die nassen Socken und Schuhe ziehe ich erst ganz zum Schluss an, schultere meinen Rucksack und los geht es. Munter durch den Schlamm den Berg hinunter. Nach etwa einer halben Stunde erreiche ich dann eine Straße, die bis zum Porters Water Race führt. Es ist ein Wasserkanal, der Wasser für die Goldwäsche von weitem her leitete. Es geht nun einigermaßen Flach dahin, es ist aber nicht wesentlich einfacher. Ich bin langsam müde nach den langen Märschen der letzten Tage, habe ich langsam genug vom Wald und dem Schlamm. Erst gegen Mittag komme ich dann endlich aus dem Wald hinaus. Nur noch wenige km bis zur Colac Bay Tavern, wo ich mir dann einen köstlichen Fischburger und eine Jug Bier gönne.

Von Colac Bay sind es nur noch 13 km bis Riverton. Frisch, fröhlich starte ich in Richtung Tihaka Beach Track. Zunächst auf der Straße, dann geht es am Strand weiter. Es ist kein Sandstrand, sondern Kies, kleiner Kies. Dort zu wandern ist ungemein anstrengend, so als ob ich auf lauter Kugeln wandern würde. Das Wandern im Schlamm war einfacher, fast schon sehnte ich mir diesen wieder zurück. Langsam aber sicher kam ich dann doch meinem Ziel, Gisela, näher. Es waren noch einige Klippen zu überwinden, durch Flachs und über grasbewachsene Hügel führte der Weg in Richtung Riverton.

Tihaka Beach

Endlich wieder gemeinsam unterwegs

Und dann, da stand sie plötzlich vor mir. Die Freude war riesengroß, überglücklich fielen wir uns in den Armen und genossen einfach den Augenblick.

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Longwood Forest Track

Freitag, 16. März

Schon seit langem geistert der Longwood Forest Track in meinem Kopf herum. Er sei schlimmer oder zumindest gleich schlimm, das heißt gleich schlammig wie der Raetea Forest, durch den wir  vor etwa vier Monaten gehen mussten. Der Regen von heute Nacht wird wohl die ganze Situation noch mal verschärfen. Gegen acht Uhr morgens regnet es noch leicht, aber ein Warten bis es aufhört zu regnen ändert die Situation auch nicht und gehe ich eingepackt in Regenbekleidung  los.

Wildgehege bei Merivale. Neuseeland ist der weltgrößte exporteur von Wildfleisch

 

Anfangs wandere ich auf einer Forststrasse an Wildgehegen vorbei, es geht durch einen Eukalyptus Wald. Nach etw zwei Stunden erreiche ich dann den Longwood Forest Track, ein sogenannter Bush bestehend aus Südbuchen, der Boden mal mot Moos und dann wieder Farn bewachsen. Der Trail selbst ist angenehm, nur ab und zu sind einige schlammige Stellen, den ich aber recht gut ausweichen kann. Während ich so auf dem weiche Boden so für hin wandere denke ich mir, dass meine Wanderkollegen vor mir wohl leicht übertrieben haben. Das einzige, das mir zu schaffen macht ist, dass es immer wieder hinauf und steil hinunter geht, dabei glaubte ich doch, dass der Trail nach Queenstown leichter wird, wohl falsch gedacht.

Doch als ich zu einer Lichtung  komme ist da plötzlich nur noch Schlamm, mindestens 50 m lang und die ganze Breite des Trails. Ich komme nicht vorbei ohne in den Schlamm zu steigen.  Na gut, denke ich, da muss ich wohl durch und dann geht es weiter in Richtung Bald Hill.  Och ein kurzes Stück Wald und komme in ein Moor unmittelbar vor dem Bald Hill. Nun bekomme ich den starken, eisigen Wind zu spüren. Ich beeile mich um die Sendestation am Bald Hill zu erreichen um an windgeschützter Stelle zu rasten und etwas zu essen.

 

Auf einer ausgesetzten Straße geht es dann weiter, es regnet stark, schon bald beginnt es zu hageln und kurz darauf scheint schon wieder die Sonne. Das wiederholt sich kurz darauf wieder. Völlig durchnässt und unterkühlt erreiche ich den nächsten Abschnitt des Longwood Forest Tracks. Ab nun wird dieser Trail seinem Ruf als Schlammhölle gerecht. Von einem Schlammloch zum nächsten. Den Raetea Forest hatten wir bei weitem nicht so schlimm erlebt wie dieser Abschnitt nun ist. Das einzige was in dieser Situation hilft, weiter um endlich ans Ziel zu kommen.

Das Ziel für heute ist die Martins Hut, eine über 100 Jahre alte etwas herunter gekommene Hütte. Nach einem langen und harten Tag wie heute spielt das aber keine Rolle, man ist froh überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. Eingewickelt in meinem Schlafsack koche ich mein Abendessen und versuche mich langsam aufzuwärmen. Es dauert etwa drei Stunden bis ich endlich warm bekomme, wohl zu sehr ausgekühlt, nachdem ich den ganzen Tag zu kalt hatte.

Martins Hut. Die letzte Hütte am Trail

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Noch fünf Tage bis zum Ziel

Gestern habe ich auf der Birchwood Station übernachtet. Dort wurde für TA Hiker eine wirklich angenehme Hütte eingerichtet, Schlafgelegenheit, Kaminfeuer, warme Dusche, Kochgelegenheit und frisches Obst.

Morgenstimmung kurz vor dem Start zum Woodlow Track

Heute morgen sind alle sehr früh wach, bereits um 6:00 Uhr ist voller Betrieb in der Küche. Alle, insgesamt 10 Leute sind beim Frühstück oder packen ihren Rucksack. Um sieben Uhr bin ich startbereit, es dämmert gerade. Der erste Abschnitt führt mich zurück zum Trail, dann geht es ca. 3 km zum Start des Woodlow Tracks. Der führt wieder, wie kann es denn anders sein, schnurgerade den Hügel hinauf, ca. 300 Höhenmeter steil hinauf zum Mt Twinlow. Weiter geht es über einen Forstweg, der dann später in einen Trail übergeht. Dieser führt durch den Bush, wieder recht angenehm und schön zu wandern.

Durch den Bush geht es allmählich hinunter ins Farmland und dann auf Schotterstraßen weiter zum Island Bush Track, der eigenartiger Weise durch gepflanzten Kiefernwald führt. Die heutige Wanderung ist wieder einfach, ich komme rasch voran und so habe ich bereits um ein Uhr mein heutiges Ziel, die Merriview Hut, erreicht.

Hier treffen nach und nach die anderen Wanderer, machen eine Pause und rasten um für den nächsten anstrengenden Tag fit zu sein.

Meinem Ziel um ca. 30 km näher. Merriview Hut in Merivale.

Und sie kommt doch, die Regenfront vom Westen, leider. Der Longwood Forest Track wird ganz schön schlammig werden.

 

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Takitumu Track

Nun geht es wirklich dem Ende zu.  Vom SH 94, Princester Road sind es 68 km bis nach Birchwood. Da ich am Tag zuvor per Anhalter nach Te Anau gefahren bin muss ich auf die Mavora Lake Road zurück um dort einige Km nachholen. Ein älteres Paar aus Te Anau bringt mich auf die Mavora Lake Road zurück, dann wandere zunächst zum SH 94 und dann weiter auf einer Schotterstraße in Richtung Lower Princester Hut. Gegen Mittag bin ich dann bei der Hut angekommen.

Bis zur Aparima Hut sind es laut DOC 8 Stunden. Ohh, denke ich. Soll ich weiter gehen oder nicht. Nach dem Essen starte ich dann in Richtung Aparima Hut und hoffe, dass ich um einiges schneller bin als die angegebene Zeit. Es geht nach oben, manchmal steil. Sagte ich dass die steilen Auf- und Abstiege vorbei sind? Das war wohl nur Spaß. Eigentlich ist es angenehm zu wandern, der Boden ist weich und ich komm gut voran. Zwischendurch verläuft der Trail durch mit Tussock bewachsene Lichtungen. Das Gras ist teilweise mannshoch, der Boden sumpfig, dort komme ich nur langsam voran, der Weg ist kaum zu sehen. Hinter mir ziehen langsam dunkle Regenwolken über den Bergen auf, es wird wohl bald regnen. Gegen 18:30 Uhr bin erreiche ich dann die Aparima Huts. Zu meinem Erstaunen sind beide Hütten voll, plötzlich bin ich in einer „Bubble“ mit 15 TA Hiker. Ich habe keine Ahnung wo die alle plötzlich her kommen, denn die Tage zuvor waren nur 1 bis 3 Hiker vor mir. Ich muss auf dem Boden schlafen.

Donnerstag, 13. März.

Das heutige Ziel ist der Telford Camp, er liegt an der Grundstücksgrenze zur Mt Linton Station, der größten Farm Neuseelands. Auf dieser Farm darf man nicht campen und um durch diese Farm zu wandern braucht man etwa 8 bis 9 Stunden. Der Weg dorthin dauert laut Trailnotes etwa 10 Stunden für die etwa 22 km. Am frühen Morgen war es noch recht kalt. Es ist unangenehm in die nassen Socken und Schuhe zu schlüpfen. Nach der Hut muss ich den Aparima River über einer Hängebrücke überqueren und dann geht es zunächst durch ein Moor nach oben und dann weiter auf einen angenehmen Weg durch den Wald. Ab und zu muss ich durch sumpfige Abschnitte, aber nicht so schlimm meist kann ich leicht ausweichen. Der Urwald ist schön, die Bäume sind sicherlich mehrere hundert, wenn nicht sogar tausend Jahre alt. Gegen Mittag bin ich dann bei der Lower Wairaki Hut.

Nun kommt wieder ein Anstieg auf über 1000 m. Der Weg führt durch den Urwald nach oben, das blöde ist nur ich habe keine Ahnung wie  weit es noch nach oben geht. Dann irgendwann sehe ich den blauen Himmel durch die Bäume schimmern, ich bin fast oben. Oben angekommen sehe ich endlich die Berge hinter mir und das weite offene Land vor mir. Es steigt ein ganz eigenartiges Gefühl in mir auf, nach mehr als vier Monaten sehe ich in weiter Ferne die Südküste Neuseelands. Nicht mehr lange und ich kann mit Gisela den letzten Abschnitt gemeinsam wandern. Ein tolles Gefühl, eine Erleichterung. Der Abstieg zum Camp ist wieder einmal steil, aber so bin ich am schnellsten unten. Als ich das Camp erreiche beginnt es zu regnen und ich muss mich beeilen, das Zelt noch vor dem Regen aufstellen.

Ich

Mittwoch, 14. März.

Die Nacht war kalt, ich bereite das Frühstück und esse noch im Dunklen, eingewickelt in meinem Schlafsack. Dann zusammen packen, es ist unangenehm, das Zelt ist nass, es fühlt sich eiskalt an.

Gegen 8:00 starte ich dann eingewickelt in Windjacke und Handschuhe, die Füße fühlen sich eiskalt an. Ich wandere das Tal hinaus, muss die Seite wechseln. Es sind einige Aufstiege zu bewältigen, aber auf diesen Farmstraßen  ist es relativ einfach und man kommt gut voran. Nach etwa einer Stunde erreichen mich dann endlich die ersten Sonnenstrahlen, es wird wärmer. Das Wandern macht Spaß, es ist angenehm durch dieses Tal zu wandern. Und immer wieder geht es den Berg hinauf und dann runter. Nachmittag wird dann das Wandern langsam anstrengend, ich bin müde der Weg ist nicht mehr so angenehm, mir schmerzen langsam die Füße.

Der Weg, nun Schotterstraße, teilweise sind Spuren von Schafen eingetrocknet, steinhart, für Füße und Gelenke anstrengend. Gegen 16:00 Uhr bin ich dann endlich in Birchwood angekommen, ein wirklich angenehmer Platz für eine Übernachtung.

 

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Der Countdown beginnt

Währen ich durch den Wald den Greenstone River langsam hoch wandere gehen mir einige Dinge durch den Kopf. Ich bin enttäuscht, dass ich wieder im Wald wandern muss, so von der großartigen mich umgebenden Landschaft nicht viel mitbekomme. Ich bin verwöhnt von  der Weite der Landschaft durch die ich in den letzten Tagen wandern dürfte. Im Gedanken gehe ich die nächsten Abschnitte durch, 3 bis vier Tage bis zum SH 94, Verpflegung nachkaufen dann etwa fünf Tage bis Colac Bay, der pazifischen Ozean ist erreicht. Zum Schluss noch 2 bis 3 Tage der Küste entlang bis nach Bluff, das wars. Diese grobe Planung berücksichtigt natürlich nicht das Wetter.

Greenstone Track

 

 

Nach etwa fünf Stunden endlich aus dem Wald, der Weg in Richtung Tailpo Hut.

Die Landschaft ist nun offen

Freitag, 9. März. Ein frostiger Morgen auf 700 m Meereshöhe

Offene Landschaft, so würde es Gisela gefallen

Mavora North Lake

Trail entlang des Mararoa Rivers

Mavora Lakes Road, manchmal ganz schön staubig

 

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