Takitumu Track

Nun geht es wirklich dem Ende zu.  Vom SH 94, Princester Road sind es 68 km bis nach Birchwood. Da ich am Tag zuvor per Anhalter nach Te Anau gefahren bin muss ich auf die Mavora Lake Road zurück um dort einige Km nachholen. Ein älteres Paar aus Te Anau bringt mich auf die Mavora Lake Road zurück, dann wandere zunächst zum SH 94 und dann weiter auf einer Schotterstraße in Richtung Lower Princester Hut. Gegen Mittag bin ich dann bei der Hut angekommen.

Bis zur Aparima Hut sind es laut DOC 8 Stunden. Ohh, denke ich. Soll ich weiter gehen oder nicht. Nach dem Essen starte ich dann in Richtung Aparima Hut und hoffe, dass ich um einiges schneller bin als die angegebene Zeit. Es geht nach oben, manchmal steil. Sagte ich dass die steilen Auf- und Abstiege vorbei sind? Das war wohl nur Spaß. Eigentlich ist es angenehm zu wandern, der Boden ist weich und ich komm gut voran. Zwischendurch verläuft der Trail durch mit Tussock bewachsene Lichtungen. Das Gras ist teilweise mannshoch, der Boden sumpfig, dort komme ich nur langsam voran, der Weg ist kaum zu sehen. Hinter mir ziehen langsam dunkle Regenwolken über den Bergen auf, es wird wohl bald regnen. Gegen 18:30 Uhr bin erreiche ich dann die Aparima Huts. Zu meinem Erstaunen sind beide Hütten voll, plötzlich bin ich in einer „Bubble“ mit 15 TA Hiker. Ich habe keine Ahnung wo die alle plötzlich her kommen, denn die Tage zuvor waren nur 1 bis 3 Hiker vor mir. Ich muss auf dem Boden schlafen.

Donnerstag, 13. März.

Das heutige Ziel ist der Telford Camp, er liegt an der Grundstücksgrenze zur Mt Linton Station, der größten Farm Neuseelands. Auf dieser Farm darf man nicht campen und um durch diese Farm zu wandern braucht man etwa 8 bis 9 Stunden. Der Weg dorthin dauert laut Trailnotes etwa 10 Stunden für die etwa 22 km. Am frühen Morgen war es noch recht kalt. Es ist unangenehm in die nassen Socken und Schuhe zu schlüpfen. Nach der Hut muss ich den Aparima River über einer Hängebrücke überqueren und dann geht es zunächst durch ein Moor nach oben und dann weiter auf einen angenehmen Weg durch den Wald. Ab und zu muss ich durch sumpfige Abschnitte, aber nicht so schlimm meist kann ich leicht ausweichen. Der Urwald ist schön, die Bäume sind sicherlich mehrere hundert, wenn nicht sogar tausend Jahre alt. Gegen Mittag bin ich dann bei der Lower Wairaki Hut.

Nun kommt wieder ein Anstieg auf über 1000 m. Der Weg führt durch den Urwald nach oben, das blöde ist nur ich habe keine Ahnung wie  weit es noch nach oben geht. Dann irgendwann sehe ich den blauen Himmel durch die Bäume schimmern, ich bin fast oben. Oben angekommen sehe ich endlich die Berge hinter mir und das weite offene Land vor mir. Es steigt ein ganz eigenartiges Gefühl in mir auf, nach mehr als vier Monaten sehe ich in weiter Ferne die Südküste Neuseelands. Nicht mehr lange und ich kann mit Gisela den letzten Abschnitt gemeinsam wandern. Ein tolles Gefühl, eine Erleichterung. Der Abstieg zum Camp ist wieder einmal steil, aber so bin ich am schnellsten unten. Als ich das Camp erreiche beginnt es zu regnen und ich muss mich beeilen, das Zelt noch vor dem Regen aufstellen.

Ich

Mittwoch, 14. März.

Die Nacht war kalt, ich bereite das Frühstück und esse noch im Dunklen, eingewickelt in meinem Schlafsack. Dann zusammen packen, es ist unangenehm, das Zelt ist nass, es fühlt sich eiskalt an.

Gegen 8:00 starte ich dann eingewickelt in Windjacke und Handschuhe, die Füße fühlen sich eiskalt an. Ich wandere das Tal hinaus, muss die Seite wechseln. Es sind einige Aufstiege zu bewältigen, aber auf diesen Farmstraßen  ist es relativ einfach und man kommt gut voran. Nach etwa einer Stunde erreichen mich dann endlich die ersten Sonnenstrahlen, es wird wärmer. Das Wandern macht Spaß, es ist angenehm durch dieses Tal zu wandern. Und immer wieder geht es den Berg hinauf und dann runter. Nachmittag wird dann das Wandern langsam anstrengend, ich bin müde der Weg ist nicht mehr so angenehm, mir schmerzen langsam die Füße.

Der Weg, nun Schotterstraße, teilweise sind Spuren von Schafen eingetrocknet, steinhart, für Füße und Gelenke anstrengend. Gegen 16:00 Uhr bin ich dann endlich in Birchwood angekommen, ein wirklich angenehmer Platz für eine Übernachtung.

 

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