Einsam in Richtung Rakaia

Noch am Donnerstag, 15. Februar habe ich es zur Baeley Hut geschafft. Es sind alle Betten besetzt, ein Platz am Boden ist aber immer frei. Hier treffe ich Ruslan wieder.  Es tut gut ein bekanntes Gesicht zu sehen, dennoch bin ich traurig, dass ich ohne Gisela den Trail weiter gehen muss. Meine Gedanken sind dauernd bei ihr und der schönen Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften.

Freitag, 16. Februar
Um sechs Uhr stehen Ruslan und ich auch, wir wollen gegen sieben Uhr aufbrechen. Unser Ziel ist es die Hamilton Hut noch vor dem vorhergesagten Sturm zu erreichen. So sehr ich mich auch beeile brauche ich etwa 1,5 Stunden bis ich Startbereit bin.

Im Hintergrund unten im Tal, Klondike Corner

Durch Beechforest wandern wir bis über die Bushline, der Anstieg ist moderat und als wir aus dem Wald hinaus kommen haben wir einen überwältigenden Blick auf die umliegenden Berge und das Tal mit den weiten und stark gewunden Flussläufen. Der Weg führt weiter in Richtung Harper Valley, das Tal wird eng, ab und zu muss der Harper River überquert werden. Nach etwa 4 weiteren Stunden angenehmen wanderns erreichen wir dann eine Hängebrücke über den Harper River und kurz  darauf, etwa gegen 14:00 Uhr sind wir dann in der großen und komfortablen Hamilton Hut angekommen. Das Wetter ist noch gut, trotzdem beschließen wir hier zu stoppen.

West Harper Hut von innen. Hier übernachten nur wenige Wanderer.

2,5 Stunden weiter ist die komfortable Hamilton Hut

Samstag, 17. Februar
Um sechs Uhr morgens beginnt es zu regnen. Laut Wettervorhersage sollte es heute „heavy falls“ geben.  Im Harper Valley kann das etwas ungemütlich werden, da der Harper River relativ viel Wasser bringt und auch der Avoca River nicht ganz angenehm zu überqueren ist. Gegen neun Uhr hellt der Himmel dann auf und Jay aus Bremen und starten um noch vor dem großen Regen aus dem Harper Valley hinaus zu wandern.  Wie so oft wandern wir zunächst durch Wald und immer wieder dem Flussufer entlang. Das Wasser im Harper River ist schon leicht gestiegen, die Flussquerungen sind aber kein Problem.

Die Pinacles

Mittlerweile scheint wieder die Sonne. Der Trail kreuzt nun mehrmals den Fluss. Wir finden keine Markierung mehr und wandern deshalb einfach in Richtung Talausgang, vorbei an den Pinacles. Vor uns liegt nun noch die Überquerung des Avoca Rivers, schnell fliesend kann er bei Regen sehr ungemütlich werden. Wir hatten Glück, beim 2. Versuch kamen wir problemlos durch den Avoca. Die nächsten 8 km wandern wir dann an der Glenthorn Station vorbei in Richtung Harper Village zum Power Trust Camp in der Nähe des Lake Coleridge.

Power Trust Camp in Harper Village

Die Landschaft ist schön, offenes Land so wie es Gisela gefallen würde. Ich vermisse sie sehr und wünsche mir, dass sie bei mir wäre. Ich umarme sie im Gedanken und drücke sie fest an mich. Ich wandere nun für uns beide versuche so viele Eindrücke wie möglich für Gisela festzuhalten damit sie auch diesen Teil des Trails mit mir genießen kann. Auf dem Camp in Harper Village haben bis zum Abend dann 13 TA-Hikers ihr Zelt aufgeschlagen, 6 davon sind in Richtung Norden unterwegs.

Montag, 18. Februar
Heute habe ich einen langen Tag auf der Schotterstraße vor mir. Das Ziel ist Lake Coleridge Village am Rakaia River. Der Fluss ist ein natürliches und unüberwindbares Hindernis auf dem Te Araroa Trail. Er ist einfach zu mächtig, ein überqueren zu  gefährlich.

Eine Straße für TA-Hiker

Lake Giorgina. Einer von mehreren Seen entlang des Weges

Lake Coleridge ist erreicht. Nur mehr wenige km bis zum Rakaia

Hat man einmal den Rakaia erreicht muss man versuchen per Anhalter in das 52 km entfernte Methven zu gelangen. Dort kann man sich mit Nahrungsmitteln versorgen und am nächsten Tag mit dem Schulbus zum südlichen Start des Trails gelangen.

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